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Vive la France!

Frankreich ist immer wieder für Überraschungen gut. Ein kürzlich verabschiedetes Gesetz legt fest, dass 2020 in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung mindestens die Hälfte aller Lebensmittel aus biologischem, regionalem oder anderweitig zertifiziertem Anbau stammen. Wenn das kein Ansporn ist!

Um die Landwirte vor Preisdumping durch Supermärkte zu schützen soll eine Verordnung erlassen werden, die die Position der Landwirte bei der Vermarktung stärkt. Wie Landwirtschaftsminister Stéphane Travert sagte, sollen künftig die Produzenten einen Vertrag vorschlagen, ausgehend von den Herstellungskosten. Supermärkte sollen verpflichtet werden, Lebensmittel in der Regel mindestens 10 Prozent über ihrem Einkaufspreis zu verkaufen

Die ganze Geschichte kann hier nachgelesen werden:

Und auch das ist gut zu wissen:

Frankreich steigt aus der „Neuen Allianz für Ernährungssicherung“ der G7 aus. Das hat die französische Regierung vergangene Woche entschieden. Das Forum Umwelt und Entwicklung fordert die geschäftsführende Bundesregierung auf, dem französischen Beispiel zu folgen. Das BMZ fördert diese Allianz jährlich mit 10 Millionen Euro.

Die Neue Allianz wird seit ihrer Gründung im Jahr 2012 scharf von Entwicklungsorganisationen kritisiert, weil sie seit ihrem Start an den Bedürfnissen der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen in den Mitgliedsländern vorbeigeht. Die Programme wurden in enger Abstimmung mit Konzernen und privaten Stiftungen, aber unter weitgehendem Ausschluss von betroffenen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen sowie zivilgesellschaftlichen Akteuren entwickelt.

29-01-2018 – 15:46

Kölner Ernährungsrat feiert Erfolge

Köln, 19.01.2018. Am Freitag, den 19.01.2018 feierte der Ernährungsrat Köln und Umgebung im Ernährungswerk in der Lichtstraße die Erfolge des letzten Jahres. Begrüßt wurden die Ehrengäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft vom Vorsitzenden des Ernährungsrates Valentin Thurn und Dr. Stephan Lück, Mitglied des Ernährungsrates und Inhaber des Ernährungswerkes. 

Die 1. Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (MdB) und Dr. Ralf Nolten (MdL) sprachen Gruß- und Dankesworte. Sie unterstützen in vollem Maße die Arbeit des Ernährungsrates und betonten noch einmal, wie wichtig es ist, mehr Nachhaltigkeit und „echte“ Regionalität für die Bürgerinnen und Bürger im Regierungsbezirk Köln bei der Ernährung und Ernährungsbildung zu erlangen.

In den 4 Ausschüssen wurde in 2017 Einiges erreicht. Erste Leitlinien für Betriebe, die den Ernährungsrat unterstützen wurden im Ausschuss „Regionale Direktvermarktung“ erarbeitet. Und die Plakataktion „Weißt Du wo Dein Essen herkommt?“, die in der ganzenStadt zu sehen war, wurde unter der Leitung von Katharina Schwarz umgesetzt. Im Ausschuss „Urbane Landwirtschaft/Essbare Stadt“ sind spannende Ideen und Ansätze entwickelt worden, die am 13.01.2018 im Rahmen des Barcamps „Essbare Stadt“ vorgestellt wurden und in 2018 nun in Form von Projekten an den Start gehen.

Im Rahmen der Arbeit des Ausschusses „Gastronomie und Lebensmittelhandwerk“ besuchten in 2017 rund 20 Vertreter aus Gastronomie & Lebensmittelhandwerk drei Betriebe im Kölner Umland um Kontakt zur weiteren Zusammenarbeit aufzunehmen. Dies wird nun in 2018 vorangetrieben.

Auch der Ausschuss „Gemeinschaftsverpflegung und Ernährungsbildung“ war sehr erfolgreich. Es wurde ein Gremium gebildet, welches aus Vertreterinnen und Vertretern aller Träger der Kitas in Köln und dem Ernährungsrat besteht. Ziel ist die Gründung einer Internetplattform, wo die Kitas alle notwendigen Hilfen für die Umsetzung von mehr Nachhaltigkeit und Regionalität in der Ernährung und Ernährungsbildung für die Kölner Pänz bekommen. Desweiteren geht die Zusammenarbeit mit KIDS weiter. Prof. Marc. Schulz von der TH Köln führt zur Zeit eine Bestandsanalyse durch, um konkrete Grundlagen für die Untertsützung durch den Ernährungsrat zu schaffen.

Der Ernährungsrat Köln und Umgebung ist Vorbild für Neugründungen in ganz Deutschland und Europa. Unter dem Motto „Ernährungsdemokratie jetzt!“ trafen sich auf Initiative des Ernährungsrates vom 10. bis zum 12. November 2017 in Essen mehr als 40 Ernährungsräte und Ernährungsratsinitiativen aus dem deutschsprachigen Raum, um ein Netzwerk zu gründen und eine urbane Ernährungspolitik auf die kommunale Agenda zu bringen.

Köln soll die erste Stadt mit einem kommunalen Gesamtkonzept für eine nachhaltige Ernährung werden. Darum sammelte der Ernährungsrat in der Auftaktveranstaltung des Visionsprozesses am 06.09.2017 Ideen um zunächst ein Leitbild und später eine Strategie zu formulieren. In 2018 wird die Diskussion in drei weiteren Veranstaltung verbreitert und gezielt Vertreter aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik angesprochen werden, um Ziele und Maßnahmen für ein nachhaltiges Ernährungssystem zu formulieren.

Begleitet wurde der Neujahrsempfang des Ernährungsrates von einem Essen der Meisterklasse durch den Meisterkoch Thomas Bock und seinem Team. Sie verarbeiteten die Lebensmittel der umliegenden Bauern, die von der Bäuerin Amarine Gillern zusammengestragen wurden. Giovanni Luzi, Schauspieler und DJ aus Köln sorgte für die gute Musik und der Abend gab viele Möglichkeiten, sich weiter im Sinne der Ziele des Ernährungsrates zu vernetzen und zu motivieren.

Quelle: Ernährungswerk /Open PR

Die Landwirte sind die Verlierer – und die Natur

Mit bemerkenswerten Zahlen wies Argarheute in diesen Tagen noch einmal darauf hin, dass der Anteil der Landwirte an der Wertschöpfung (den Verkaufspreisen) seit den 50er Jahren dramatisch gesunken ist. Gerade einmal  3,6 % des Brotpreises, 22% des Fleischpreises  oder 31,0 % des Kartoffelpreises bleiben bei den Produzenten.

 

 

Kein Wunder also, dass die Landwirte immer intensiver Land und Tiere ausbeuten müssen. Aber wem genau dient das? Wollen wir BürgerInnen das wirklich? Ist das in unserem wohlverstandenen Interesse? (cax)

 

Bäuerliche Landwirtschaft warnt vor Freinhandelsabkommen Mercusor

Gerechter Welthandel und Qualitätsoffensive statt Freihandel und Exportdumping

Diese Woche versuchen die Chefunterhändler in Brüssel den Freihandelsvertrag zwischen der EU und den Mercosurstaaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay zum Abschluss zu bringen. Ein Streitpunkt bleibt weiterhin die Landwirtschaft. Martin Schulz, konventioneller Neuland-Schweinehalter und Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) kommentiert: „Die EU plant, die zollfreien Importquoten für Rindfleisch aus den Mercosurstaaten noch weiter auszudehnen von 70.000 auf 99.000 Tonnen, um das Handelsabkommen auf Teufel komm raus zum Abschluss zu bringen. Aber auch für weitere Agrarprodukte sollen die Zölle noch fallen bzw. die Quoten angehoben werden. Im Gegensatz zu anderen EU-Staaten drängt die deutsche geschäftsführende Bundesregierung auf einen Abschluss dieses Freihandelsabkommens. Dabei ist bekannt, dass allen voran in Brasilien in der Landwirtschaft die Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Noch vor Weihnachten sind Videos auf Youtube öffentlich geworden, die zeigen, wie in Brasilien landlose Menschen gewaltsam von ihren Dörfern vertrieben und ihre Häuser mit Bulldozern platt gewalzt worden sind. Das ist der Preis, um in diesen Ländern etwa die Rindfleischproduktion für Exporte auszudehnen. Mit einem Freihandelsabkommen befördert die EU diese menschenunwürdigen Praktiken.“ „Diese Marktöffnung würde in Europa die Preissituation auf den Betrieben, sowie einen Ausbau des Umwelt- und Tierschutzes unter Druck setzen“, kritisiert Schulz. Er teilt die Bedenken des europäischen Verbandes für Landwirtschaft und Genossenschaften Copa- Cogeca, dass in Europa Betriebe verloren gehen. „Aber Copa-Cogeca hat diese Politik mit zu verantworten. Denn mit ihrer Lobbyarbeit setzt der Verband seit jeher darauf, dass mit der EU-Agrarpolitik der Export über die Maßen angeheizt wird“, sagt Schulz. „In Drittländern – auch in armen  ändern – müssen bäuerliche Betriebe und Kleinerzeuger aufgeben, weil sie mit den  Billigimporten aus der EU nicht konkurrieren können. In Deutschland und EU-weit leiden allen voran die tierhaltenden Betriebe immer häufiger unter andauernden Tiefpreis- Krisen. Und für diese Exportorientierung braucht es Marktöffnung und Freihandeslabkommen wie etwa mit den Mercosur-Staaten.“ Schulz fordert: „Die AbL lehnt ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten ab. Die deutsche Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass Europa künftig Verantwortung für sein Handeln übernimmt. Statt die schädliche Freihandelspraxis und das Exportdumping mit Agrarprodukten voranzupeitschen, muss gerechter Welthandel und eine Qualitätsoffensive in der EU-Agrarpoliitk vorangebracht werden. Auch die Gesellschaft steht dieser Agrar- und Handelspolitik kritisch gegenüber und fordert eine Umkehr der akutellen Praktiken.“